Schülerinnen und Schüler nehmen am Regionalentscheid von „Jugend debattiert“ teil.
Mancher Kollege hält nichts einem Wettbewerb der besten Argumente: Jugend schmatzt. Doch damit beweisen die Spötter nur, dass sie wenig von „Jugend debattiert“ wissen. Wer Zeuge des Regionalentscheids 2026 am 26. Februar im Montgelas-Gymnasium war, erlebte vor allem in den Endrunden Debatten von höchster Qualität – und Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Höchstform.
„Jugend debattiert“ ist ein Format, entwickelt von der Hertie-Stiftung, bei dem vier Schülerinnen oder Schüler nach einem straffen zeitlichen Reglement ein Thema bis zur Entscheidungsreife diskutieren. Der Clou dabei: Während die Themen bereits zwei Wochen zuvor bekannt sind, erfahren sie die Position, die sie einnehmen müssen, erst kurz vor der Debatte. Das erfordert es, ein Thema von allen Seiten her zu betrachten. Kein wichtiger Aspekt darf ausgelassen werden. Nur Argumente, die auf zitierbaren Zahlen und Fakten beruhen, sind hieb- und stichfest. Und diese Belege muss man sich merken. Denn Notizen darf man keine mitnehmen.
Die FOS/BOS-Schönbrunn war mit zwei Kandidatinnen, einem Ersatz-Kandidaten und drei Ersatz-Juroren mitten im Geschehen. In den Rededuellen der Sekundarstufe I ging es unter anderem um die Frage, ob es eine Pflicht geben soll, Privatgärten insektenfreundlich zu gestalten. Die älteren Schülerinnen und Schüler lieferten sich einen argumentativen Schlagabtausch unter anderem über die Frage, ob man lokale Zeitungen mit einer staatlichen Zuwendung unterstützen soll.
Zwar kamen die Kandidatinnen aus Schönbrunn über die Vorrunden nicht hinaus, jedoch wurde der Delegation aus der „Grünen FOS“ in der Schlussrunde eine große Ehre zuteil: Einige von ihnen wurden als Jurorinnen und Juroren des Finales nominiert. Die Streitfrage lautete: Sollen „Kaufe jetzt, zahle später“-Bezahlmodelle bei Online-Käufen verboten werden? Alle vier Debattantinnen glänzten jeweils auf ihre Art. Plätze für das Bayern-Finale gibt es aber nur zwei. Die Jury machte es sich nicht einfach und prüfte sehr genau nach Sachkenntnis, Ausdrucksvermögen, Gesprächsfähigkeit und Überzeugungskraft. Gewonnen hatten aber alle, die an diesem Nachmittag mit scharfem Verstand und einem leidenschaftlichen Herz bei der Sache waren.
„An dieser Debattier-Kultur sollten sich manche Politiker und Interessensvertreter ein Beispiel nehmen!“, lobte der Schulleiter des gastgebenden Hauses, Dr. Steininger. Was könnten gelungene Debatten nicht alles retten!
Im Bild: Achim Reinhart, Anna Waas, Sophie Goldschmidt und Luzia Blieninger. Außerdem mit dabei waren Benedikt Lechner, Simon Pfell und Hannes Boesner.
