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Chronik 2011/12 der BOS

09.06.2012 | Kategorie: FOS  BOS 

Abiturfahrt der FOS/BOS-Klassen nach Rom

Den Schülerinnen und Schülern der 13. Klassen an FOS und BOS Landshut-Schönbrunn bietet sich alljährlich die Möglichkeit einer einwöchigen Studien- und Abschlussfahrt nach Rom. In diesem Jahr nahmen 19 Schülerinnen und Schüler an der Reise teil, die vom 10. bis 17. Juni in Begleitung zweier Lehrkräfte unternommen wurde. Herr Hansjörg Eder, der „Haus- und Hoffotograf“ der Beruflichen Schulen Schönbrunn, hatte sich uns angeschlossen, um unseren Romaufenthalt im Bild zu dokumentieren.

 

 

Nach einer Nachtfahrt mit dem Zug von Sonntag auf Montag erreichten wir Rom pünktlich um 9. 15 Uhr. Sobald das Gepäck eine knappe Stunde später in unserem Hotel abgegeben war, konnte es mit den Besichtigungen beginnen.

Unsere erste Station, etwa zehn Minuten vom Hotel entfernt, waren die Diokletiansthermen, eine Anlage, die einst für 3.000 Personen konzipiert und kurz nach 300 n. Chr, eröffnet worden war. Dass von dem antiken Gemäuer doch noch einiges erhalten blieb, ist nicht zuletzt Michelangelo zu verdanken, der hier im päpstlichen Auftrag die Klosterkirche Santa Maria degli Angeli errichtete und dabei Teile der antiken Thermen in sein Bauwerk einbezog.

Nachdem wir die Thermen bzw. die Klosterkirche zur Piazza della Repubblica hin verlassen hatten, begaben wir uns zur Kirche Santa Maria della Concezione. In ihr haben Kapuzinermönche fünf Kapellen mit Ornamenten und christlichen Symbolen ausgeschmückt, die aus den Gebeinen von etwa 4.000 Verstorbenen gefertigt sind.

Nach dem Mittagessen besuchten wir den von Michelangelo entworfenen Kapitolsplatz auf dem Kapitolinischen Hügel. Man erreicht ihn, das antike Marcellustheater im Rücken, über eine flache Treppe, die Cordonata. Die elegante Platzanlage ist umgeben vom Konservatorenpalast, dem Senatorenpalast (heute Sitz des Bürgermeisters) und dem Palazzo Nuovo. Der Konservatorenpalast und der Palazzo Nuovo beherbergen die Kapitolinischen Museen. In der Mitte der Piazza del Campidoglio steht eine Kopie der Reiterstatue des Kaisers Marc Aurel (Original in den Kapitolinischen Museen). Von der Seite des Senatorenpalastes aus bot sich uns ein herrlicher Blick über das Forum Romanum bis hin zum Kolosseum.

Am Dienstagvormittag fuhren wir mit U-Bahn und Bus zu den Calixtuskatakomben. In den weitläufigen unterirdischen Grabanlagen des frühen Christentums sind neben den zahllosen Grabnischen und vereinzelten kleineren Räumen, in denen Gottesdienst gefeiert werden konnte, vor allem frühe christliche Malereien zu bewundern.

Nach rund eineinhalb Stunden fuhren wir von der Via Appia Antica mit dem Bus wieder Richtung Innenstadt. Unser nächstes Ziel war San Giovanni in Laterano. Die Lateranbasilika ist wohl die älteste christliche Kirche Roms und die ursprüngliche Papstkirche. Das mittlere der fünf Kirchenportale wird von einer antiken Bronzetür geschlossen, die von der Curia, dem Versammlungshaus des römischen Senats auf dem Forum Romanum, genommen wurde. Der ägyptische Basilisk auf dem Platz vor dem neuen Lateranpalast, der 35 v. Chr. aus Theben nach Rom gebracht worden war, war einst im Circus Maximus aufgestellt.

Nach dem Mittagessen ging es zu Fuß zur Kirche San Clemente, in derem Inneren man bequem etwa zehn Meter in die Tiefe bis zum antiken römischen Bodenniveau hinabsteigen kann. Zwischen den Mauern altrömischer Mietshäuser hindurch gelangten wir vorbei an einem rauschenden Wasserlauf zu einem Heiligtum des Gottes Mithras.

Der späte Nachmittag gehörte dem Besuch des 80 n. Chr. von Kaiser Titus eröffneten Kolosseums. Dieses ca 50.000 Zuschauer fassende „Multiplex-Kino“ der Antike soll der Ort sein, an dem in der Geschichte der Menschheit das meiste Blut vergossen wurde. Über drei Jahrhunderte fanden hier Gladiatorenkämpfe statt, Tierhetzen noch bis ins 6. Jh. n. Chr. 

Der Mittwochvormittag war einem Rundgang auf dem Forum Romanum gewidmet. Auf antikem Pflaster spazierten wir zwischen den Überresten uralter Tempel und Basiliken hindurch, bestaunten den 21 m hohen Triumphbogen des Septimius Severus und besichtigten die Curia, das Rathaus des alten Roms. Anschließend begaben wir uns, vorbei an den Traiansmärkten und der mit einem 200 m langen Reliefband geschmückten Traianssäule, zum Forum Boarium mit seinen sehr gut erhaltenen Tempeln des Hafengottes Portunus und des Hercules Victor aus dem 2. Jh. v. Chr. Von dort war es nur ein Katzensprung bis zum Circus Maximus. Am Nachmittag gings zum Pantheon und zur Piazza Navona. Spanische Treppe und Fontana di Trevi wurden individuell am frühen Abend angesteuert.

Für den Donnerstag nahmen wir uns nur den Petersdom und die Vatikanischen Museen vor. Während wir die Zimmerflucht der Stanzen des Raffael mit ihren unvergleichlichen Fresken – darunter die „Schule von Athen“ –, die Sixtinische Kapelle und die Laokoongruppe noch gemeinsam betrachteten, konnte nach Erfüllung dieses Kernprogramms jeder seinen persönlichen Interessen entsprechend seiner eigenen Wege gehen, je nachdem er sich mehr für griechische Skulpturen oder die Gemäldesammlung des Vatikan oder altägyptische Mumien und Sarkophage interessierte.

Den Freitag nützten viele, um nach Ostia an den Strand zu fahren und sich in den Wellen des Mittelmeeres von den Anstrengungen der Woche zu erholen. Am Samstagabend traten wir die Heimreise an.

 

Werner Ebermeier


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