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Chronik 2014/15

24.07.2015 | Kategorie: BS-IV 

Gesprächsforum zum Thema 'Berufsintegrationsjahr k'

Berufsschule  Landshut IV bietet Sprachförderung und Berufsorientierung für junge Asylbewerber

 

Dr. Thomas Keyßner informierte sich an den Beruflichen Schulen Schönbrunn


Seit zwei Schuljahren besuchen berufsschulpflichtige Asylbewerber und Flüchtlinge die - über den Europäischen Sozialfond (ESF) geförderte -  Klasse Berufsintegrationsjahr an der Berufsschule IV Landshut mit dem Ziel, durch individuelle Förderung und intensive Vermittlung von Sprachkenntnissen den Grundstock zu legen, dass die jungen Menschen eine Berufsausbildung absolvieren können.

Mit Ende des Schuljahres heißt es für Schüler und Lehrer Abschied zu nehmen.

Anlässlich der bevorstehenden Entlassung der Schüler lud die Berufsschule IV Gäste zum Austausch ein, um über die Chancen und Herausforderungen in der schulischen Unterrichtsarbeit sowie aktuelle Schwierigkeiten beim Abschluss von Ausbildungsverträgen zu informieren.


Zwei Jahre Unterricht und sozialpädagogische Betreuung an der Berufsschule bereiteten die jungen Menschen auf eine Berufsausbildung vor. Im zweiten Schuljahr absolvierten die jungen Asylbewerber zwei Praktikumstage in Betrieben der Region.

Die Praktikumsplatzakquise und -betreuung leistete der Kooperationspartner Berufliches Fortbildungszentrum der Bayerischen Wirtschaft Landshut (bfz).  An der Schule erhielten die Schüler Unterricht mit fachtheoretischen und fachpraktischen Inhalten.

Mit großem Engagement begleiteten die Lehrkräfte Martina Schmaus, Ursula Lackermeier, Beatrix Devai (bfz Landshut) und Sozialpädagogin Sabine Stopfer (bfz Landshut) die jungen Asylbewerber zwei Schuljahre. Die Kooperation zwischen Schule und bfz Landshut war gewinnbringend für alle Beteiligten.

Schulleiter Josef Westenthanner stellte in seiner Begrüßung umfassend das inhaltliche Konzept des Berufsintegrationsjahres dar und bedankte sich für das Kommen der Gäste, dies waren Dr. Thomas Keyßner, Leiter des runden Tisches Flüchtlingsarbeit, Benedikt Neumeier, Mitarbeiter der Ausländerbehörde der Stadt Landshut, Gudrun Durst, Berufsberaterin der Agentur für Arbeit Landshut, Willi Gürtner, Fahrradmarkt Gürtner, Sabine Eiser vom BRK Seniorenheim Hofberg, Angelika Schebelle vom Restaurant XXL Emslander und Petra Hartl von Reifen Wiga Landshut.

Stellvertretende Schulleiterin Elisabeth Kramer-Lieberth betonte, dass es wichtig sei, dass alle am Prozess Beteiligten rückblickend und mit Blick auf die Zukunft ein gemeinsames Resümee ziehen.

Die Vertreter der Betriebe äußerten sich sehr positiv über die jungen Asylbewerber, welche in ihren Betrieben Praktikum machten. Dies seien "zielstrebig, fleißig, nett, denken mit, sind aufmerksam und äußerst motiviert".

Sabine Stopfer betonte das Ziel der Integration in Ausbildung sowie die damit verbundenen Herausforderungen an die Schüler, Betriebe und das Betreuungsteam. Laut Sabine Stopfer ist aber auch neben der Krisenintervention eine funktionierende Netzwerkarbeit, sprich der Austausch, mit allen am Integrationsprozess beteiligten Stellen von zentraler Bedeutung. Hierzu zählen u.a. das Ausländeramt, Sozialamt, Agentur für Arbeit, sowie die Flüchtlingsberatung durch das Haus International und die Caritas Landshut.


Auch die Lehrkräfte Martina Schmaus, Ursula Lackermeier und Beatrix Devai stellten in ihrem Bericht heraus, wie wichtig die tagtägliche Motivierung, die Unterstützung im Hinblick auf die persönliche Stabilisierung der jungen Menschen ist. Wie viel Herzblut in der Arbeit mit den berufsschulpflichtigen Asylbewerbern steckt, verdeutlichte Klassenleiterin Martina Schmaus in ihrem sehr anschaulichen Bericht über die tägliche Arbeit mit allen Herausforderungen.


In der anschließenden Gesprächsrunde konnten asylrechtliche Probleme und daraus resultierende Ängste der Schüler sowie Bedenken der Betriebe mit Benedikt Neumeier  (Ausländeramt  der Stadt Landshut) und Dr. Thomas Keyßner diskutiert werden.

Angelika Schebelle betonte sehr nachdrücklich, dass sie ihren Praktikanten Rahmat auf alle Fälle in Ausbildung nehmen werde, auch wenn durch seinen Aufenthaltsstatus (Duldung) nicht klar ist, ob er die 3-jährige Ausbildung zum Koch antreten und beenden kann.

Drei weitere Schüler haben, nach Aussage von Sabine Stopfer, das gleiche Problem. 11 von 12 Schülern könnten nach derzeitigem Stand im Anschluss an das BIJ in eine betriebliche oder schulische Ausbildung einmünden oder an einer - von der Agentur für Arbeit geförderten -  Einstiegsqualifizierung teilnehmen.

Auch die Schüler hatten anlässlich dieses Informationsgespräches in ihrem Klassenzimmer die Möglichkeit, Dr. Thomas Keyßner und Benedikt Neumeier zu begrüßen, sich individuell vorzustellen und über ihre Pläne und Ängste zu berichten.

 

 

Sabine Stopfer

Elisabeth Kramer-Lieberth



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