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Chronik 2010/11

07.09.2010 | Kategorie: Alle Schulen 

Einweihung des Wohnheims

Knapp eineinhalb Jahre nach dem Spatenstich im April 2009 ist in dieser Woche das neue Wohnheim des Agrarbildungszentrums Landshut- Schönbrunn seiner Bestimmung übergeben worden. Der Gebäudekomplex, in den der Bezirk Niederbayern als alleiniger Sachaufwandsträger rund 8,5 Millionen Euro investiert hat, wertet den gesamten Campus Schönbrunn auf und bietet den Schülern und Studierenden der bezirkseigenen Aus- und Fortbildungseinrichtungen optimale Bedingungen zum Leben und Lernen.

 

Um die Wohnsituation in Schönbrunn zu verbessern, wurden im Juli 2006 erstmals detaillierte Überlegungen zur Modernisierung eines der bestehenden Wohnheime angestellt. Jedoch ergaben die Berechnungen, dass eine Sanierung und Erweiterung der aus den Jahren 1966/67 stammenden Landmaschinenschule unverhältnismäßig teuer wäre und dennoch nicht die ökologischen und ökonomischen Standards zeitgemäßen Wohnens erreicht hätte. Aus diesem Grund wurde die Schulsanierung zunächst zurückgestellt und stattdessen im Juli 2007 der Neubau eines Wohnheims beschlossen. Im Februar 2008 wurde hierfür die Planung vergeben, die zusammen mit der Erstellung der erforderlichen Ausschreibung gut ein Jahr in Anspruch nahm, so dass am 1. April 2009 mit den Bauarbeiten begonnen und im September 2009 Richtfest gefeiert werden konnte.

Die Baukosten belaufen sich auf rund 7,7 Millionen Euro und addieren sich mit den Ausgaben für die Möblierung der 113 Wohneinheiten und 18 Gruppenräume in Höhe von 810000 Euro zur Investitionssumme von 8,51 Millionen Euro. Die Wohnanlage hat einen nahezu quadratischen Grundriss von etwa 42 mal 43 Meter. Im Inneren des Gebäudes, das über drei Vollgeschosse und ein Kellergeschoss verfügt, befindet sich ein Innenhof, der rund um den ebenfalls vorgesehenen Brunnen vor allem in der wärmeren Jahreszeit zum beliebten Treffpunkt der Bewohner werden dürfte.

 

 

Beim planerischen Gesamtkonzept zog der Bezirk Niederbayern im Rahmen eines Beratervertrages den Münchner Architekturprofessor Werner Wirsing zu Rate, der als Koryphäe für den Bau von Studentenwohnanlagen gilt und auch schon beim Olympischen Dorf in München beteiligt war. Bei der Verwendung der Materialien wurde streng auf Nachhaltigkeit geachtet und regionalen, natürlichen Baustoffen, wie etwa Eichenholz für Fenster und Parkett, der Vorzug eingeräumt, ohne jedoch auf einen modernen Charakter zu verzichten. Die kompakte kubische Bauform mit dem Innenhof und eine ideale thermische Hülle sorgen für optimale energetische Werte. Der Passivhausstandard (KfW 40) trägt den ökologischen Bedürfnissen Rechnung und sorgt für niedrige Betriebskosten. Besonderes Augenmerk wurde bei der Planung auf die Eingangssituation gelegt, die mit der weitläufigen Treppe einen kommunikativen Platzcharakter erzeugen soll. Die Begrünung zieht sich auch hinein in den Innenhof, der durch einen gläsernen Verbindungsbau räumlich abgeschlossen wird, jedoch durch die Verglasung seinen Bezug zum Außenbereich nicht verliert. Auf diese Weise entstehen drei Zonen: die öffentliche Zone des Straßenraumes, die halböffentliche Zone des Vorplatzes mit Treppe und die private Zone des Innenhofes. Die große Zahl der Schüler wird hausintern in 18 Wohngruppen unterteilt. Jeweils sechs Wohngruppen befinden sich in einem Geschoss. Jede Wohngruppe umfasst dabei sechs bis sieben Schüler und verfügt über einen Gemeinschaftsraum mit Teeküche. Die Zusammenstellung der Wohngruppen kann beispielsweise nach Fachbereichen organisiert werden und bietet die Möglichkeit gemeinschaftlichen Lernens, Kochens oder der Freizeitgestaltung. Für die Bewohner ist trotzdem die Möglichkeit zum Rückzug geschaffen worden, da sie über ein eigenes Zimmer mit separater Nasszelle und einer kleinen Einbauküchenzeile mit sämtlichen küchenspezifischen Komponenten zur Selbstversorgung verfügen. Der besondere Clou sind die Nasszellen der Bewohnerzimmer, die als vollständig geflieste Fertignasszellen aus Leichtbeton fix und fertig geliefert und installiert wurden.

Besonders im Vordergrund stand bei der Planung des Landshuter Architekturbüros Leinhäupl und Neuber die Gestaltung der Zimmer, die den Schülern eine behagliche Atmosphäre bieten sollen. Eine große Fensterfront mit Türe und französischem Balkon liefert maximales Tageslicht, wobei zur Optimierung des Lichteinfalls auf eine Ausrichtung der Zimmer nach Norden verzichtet wurde. Alle Zimmer verfügen zudem über eigene Telefon-, Internet- und TV-Anschlüsse. Das gesamte Gebäude wird mit einer Fußbodenheizung beheizt, die aus dem Fernwärmenetz gespeist wird, das durch die geplante Hackschnitzelheizung künftig mit nachwachsenden Rohstoffen betrieben werden kann. Darüber hinaus sind alle Räume an eine moderne Lüftungsanlage angeschlossen, die mit einer Wärmerückgewinnung ausgestattet ist. -mü- %



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